Gelungene Kirchweih in Kothmaißling: Tradition und Zusammenhalt

22.05.2026
Verein
Ein langes und ereignisreiches Festwochenende liegt hinter der Dorfgemeinschaft in Kothmaißling. Von Freitag bis Montag stand der Ort ganz im Zeichen der traditionellen Kirchweih (Kirta), die auch in diesem Jahr von den Ortsvereinen – der Gemütlichen Schützengesellschaft, dem Kapellenbauverein und der Freiwilligen Feuerwehr – gemeinschaftlich organisiert wurde.

Auftakt mit gemischten Gefühlen und Schießabend

Der Kirchweihbeginn startete am Freitag traditionell mit einem Gottesdienst zum Gedenken an die verstorbenen Mitglieder der Vereine.

Im Anschluss ging es in geselliger Runde zum gemeinsamen Schießabend der Vereine im Gasthaus Wagner. Hier bewies der Vereinswirt Franz Wagner das sicherste Auge: Er traf zielgenau ins Schwarze und sicherte sich die begehrte diesjährige Kirtascheibe. Große Freude gab es auch beim Schützennachwuchs: Die von Wilhelm Eckl gesponserte und selbst gestaltete Jugend-Kirtascheibe ging an Luca Gülden.

Neben den Scheiben wurden beim Schießabend auch die nächstbesten Teiler mit Wurstpreisen belohnt. Die Wertung erfolgte hierbei abwechselnd zwischen der Feuerwehr und dem Schützenverein. Die Wurstpreise sicherten sich unter anderem:

  • Petra Nachreiner          (Gemütliche Schützengesellschaft, Teiler: 40,3)
  • Florian Wagner             (FF Kothmaißling, Teiler: 51,4)
  • Karl Ketterl                    (Gemütliche Schützengesellschaft, Teiler: 63,2)
  • Michael Müller              (FF Kothmaißling, Teiler: 61,7)
  • Manuela Gülden           (Gemütliche Schützengesellschaft, Teiler: 73,9)
  • Günther Fleischmann  (FF Kothmaißling, Teiler: 108,2)

Muskelkraft und Freibier am Samstag

Der Samstag stand ganz im Zeichen des traditionellen Kirtabaum-Aufstellens. Bereits am Vormittag wurde der stattliche, 30 Meter lange Baum aus dem Wald geholt. Ab 13 Uhr liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren: Der Baum wurde festlich mit Kränzen und Girlanden geschmückt und an der Spitze mit einer Solarleuchte ausgestattet. Der Baum wurde in diesem Jahr von der Stadt Cham gestiftet.

Um 15 Uhr versammelten sich zahlreiche Helfer und Zuschauer, um das Aufstellen des Riesen rein mit Muskelkraft zu bestreiten. Unter den fachkundigen Kommandos des stellvertretenden Feuerwehr-Kommandanten Michael Müller, der die Aktion leitete, packten alle mit an. Mit kräftigen Rufen wie „Ho ruck“ und „schiabt’s oo“ spornte Müller die Helfer an den Stangen an. Nach nur einer halben Stunde stand der Baum kerzengerade, wurde verkeilt und gesichert. Ein besonderes Highlight für die jüngsten Dorfbewohner: In diesem Jahr wurde direkt neben dem großen Baum auch wieder ein eigener Kinder-Kirtabaum aufgestellt. Aufgrund der Hitze erhielten alle Kinder ein Eis von der Wirtin Annette Wagner.

Zur anschließenden „Hebefeier“ ließ sich die Michael Müller nicht lumpen und stiftete ein 50-Liter-Fass Freibier für alle fleißigen Helfer. Bei herrlichem Kirchweihwetter wurden vor dem Feuerwehrhaus Tische und Bänke aufgestellt, und man ließ sich das Hebebier zusammen mit deftigen Bratwürsteln vom Grill schmecken. Für die passende musikalische Umrahmung sorgte Samuel Wagner aus den Reihen der Jugendfeuerwehr, der zur Freude aller Anwesenden zum ersten Mal mit seinem Akkordeon zünftig aufspielte.

Patrozinium und gelebtes Brauchtum

Ein wichtiges Jubiläum prägte den Sonntag: Im Jahr 1976 wurde die damals neu erbaute Kapelle in Kothmaißling dem Heiligen Geist geweiht. Der Höhepunkt des Sonntags war daher die feierliche Vorabendmesse zum Patrozinium direkt in der Kapelle. Nach der Andacht fand der Abend im Gasthaus Wagner in gemütlicher und geselliger Runde seinen Ausklang.

Wie es auf dem Land guter Brauch ist, standen der Sonntag und der Montag ganz im Zeichen der Familie. Die Kothmaißlinger empfingen reichlich Verwandtschaft und Bekannte zum „Kirta-Essen“, womit ein rundum gelungenes und harmonisches Kirchweihwochenende seinen würdigen Abschluss fand.